JAHR 2016 ---  JAHR 2016  ---  JAHR 2016  ---  JAHR 2016   ---  JAHR 2016   ---  JAHR 2016
&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&

Ergänzungen zum Jahr 2016:

Inzwischen habe ich mich vollständig aus der Selbsthilfearbeit zurückgezogen. Im Folgenden versuche ich die Gründe dafür zu beschreiben. Alles hat seine Zeit. Wenn das innere Gefühl weiter treibt, sollte man neue Wege gehen ohne das Gelernte zu vergessen. Im Wesentlichen habe ich dort sehr viele liebenswerte Menschen mit ihren Nöten aber auch ihren Qualitäten kennen gelernt. Die Offenheit im Denken hat dort eine andere Qualität als in der übrigen Gesellschaft.

Das ist nicht immer bequem, denn wenn jegliche Rücksichtnahme fehlt bekommt man auch Dinge um die eigenen Ohren gehauen, die unangenehm sind. Niemals werde ich diese Zeit vergessen, denn sie spiegelt mir eine andere Sichtweise auf die Welt als der Glemmer, der von der übrigen Öffentlichkeit ausgeht.

-----------------------------------------------------------------------

Beobachtungen aus dieser Zeit:

  • Rückfälle der Betroffenen sind eher die Regel als die Ausnahme.
  • Über die Zeit entsteht erlernte Hilflosigkeit und Abhängigkeit von Therapeut und Medikament.
  • Die Belastungsfähigkeit ist bei vielen durch lange Falschbehandlung stark herabgesetzt.
  • Eine Behandlung die nur von der Außensicht auf Betroffene ausgeht, kann keine Probleme lösen.
  • Das Umfeld und die Medikamente führen oft zu einer verkürzten Lebenszeit.
  • Schlußfolgerung: Die Art der Hilfe ist für Betroffene nach wie vor nicht optimal.

Ein entsetzliches Buch (auch in Datei „Gesundheit" S.9):

Intensivkurs klinische Psychiatrie und Psychotherapie:  Rezensionen

Was haben Studenten nach der Ausbildung durch die Inhalte im Buch gelernt: Nichts.

Solange es nur die Außensicht auf Erkrankte gibt, ist eine hilfreiche Veränderung im Psychiatriebetrieb nicht möglich. Auch hier gilt, der Krankheitsname ist nichts, das Milieu (Umfeld) ist alles.

Ein zufällig mitgehörtes Gespräch zwischen Studenten (im Theater):
Wenn du das Studium schaffen willst, mußt du nach einem Semester alles vollständig vergessen was du gelernt hast. Nur wenn dein Kopf leer ist kannst du das nächste Semester schaffen. Es wird also das Lernen gelehrt und nicht das Denken. Wie soll es zu einer Änderung in der heutigen Psychiatrie kommen, wenn solche Klassifizierungen und Festlegungen von Krankheitsbildern gelehrt werden. Es gibt vereinzelt Erfahrene, die Vorträge vor Studenten halten. Das sind dann die einzigen Momente, in denen Studenten etwas von der Realität mitbekommen können.

-----------------------------------------------------------------------

2 Praktika in psychiatrischen Wohnheimen:
Mit über 60 Jahren ein Praktikum in einem Wohnheim zu machen, ist sicher anders als wie mit 18 Jahren. Mein Ziel war eine Zusammenarbeit mit dem betreuenden Personal zum Wohle der Bewohner. Nach 10 Tagen war das erste für mich völlig überraschend beendet. Das 2. habe ich selbst nach 4 Tagen beendet. Wenn es für einen Erfahrenen keinen Spielraum zur Eigeninitiative, natürlich ohne Störung der normalen Arbeitsabläufe, gibt, so ist für mich eine Mitarbeit in einem Wohnheim sinnlos. Eine wirkliche Zusammenarbeit auf gleicher Augenhöhe scheint in der Szene nicht gewollt zu sein.

-----------------------------------------------------------------------

Tagung zur Schizophrenie im Klinikum Eppendorf in Hamburg:

Die Tagung wurde mit 6.000 € gesponsert von 3 Arzneimittelkonzernen. Da dies schon auf dem Einladungsflyer angekündigt war, habe ich als Mitglied den eigenen Beitrag auf unter 100 € herunterhandeln können. Therapeuten bezahlten für 3 Tage 250€. Es wurden blumige, nichtssagende Vorträge rund um das Wort Schizophren gehalten (mit zahlreichen Statistiken unterlegt). Das ging 1 1/2 Tage bis es mir zu gräuslig wurde. Um meine Gedanken zur Schizophrenie zu erklären erbat ich mir 10 Minuten Redezeit. Diese wurden mir nicht gewährt, da die Zeit ja schon fortgeschritten war.

-----------------------------------------------------------------------

Schlußfolgerung:

Die Selbsthilfegruppen sind sehr sinnvoll als Treffpunkte für den gegenseitigen Austausch Betroffener. 

In Bezug auf eine Zusammenarbeit dienen Selbsthilfegruppen den Institutionen nur zur Selbstdarstellung. Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe scheint nicht gewünscht zu sein. Dafür ist mir meine verbleibende Lebenszeit zu Schade.

&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&
Unter Basiswissen finden sich verschiedene wertvolle Beiträge zum Bereich Psyche
&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&